Ausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr Dieburg
Allgemeine Informationen
Ohne ständige Aus- und Weiterbildung wäre es für uns Feuerwehrleute nicht möglich im Einsatz für unsere Mitbürger schnell und effektiv die erforderliche Hilfe zu leisten. Bei der Feuerwehr verwenden wir dafür die Begriffe "Übung", "Lehrgang" und "Seminar".

Was steckt nun hinter diesen Begriffen? Übungen werden am Standort, in unserem Fall Dieburg, durchgeführt. Ziel der Übungen ist das Vertiefen und Erhalten von erlernten Fertigkeiten; das Vermitteln neuer Techniken; das Kennenlernen der vorhanden Fahrzeuge, Geräte und deren Funktion; kennenlernen von besonderen Objekten wie Firmen und öffentliche Einrichtungen. Neben diesen praktischen Tätigkeiten gehört auch die Vermittlung der erforderlichen theoretischen Kenntnisse zu den Übungen. Es werden auch überörtliche Übungen durchgeführt. Hierbei wird u.a. das Zusammenspiel mehrere Feuerwehren bei besonderen Gefahren, z.B. Waldbrand, erprobt.

Lehrgänge werden im Landkreis und an der Landesfeuerwehrschule in Kassel durchgeführt und schließen mit einer Prüfung ab. In den Seminaren werden Kenntnisse aufgefrischt und Neuerungen vermittelt. Sie werden auf Landkreisebene und an der Landesfeuerwehrschule angeboten. Einen Überblick gibt der Lehrgangsplan für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Landesfeuerwehrschule in Kassel. Bei der Feuerwehr Dieburg werden vom Landkreis Da-Di folgende Lehrgänge angeboten: Atemschutzgeräteträger, CSA(Chemikalienschutzanzug), Maschinisten, Grundlehrgang und diverse Seminare.

Lehrgang Atemschutzgeräteträger
Bei vielen Einsätzen sind die Feuerwehrleute durch gesundheitsschädliche Stoffe in der Atemluft gefährdet. Dies sind z.B. der Rauch bei Bränden und freiwerdende Stoffe bei Gefahrgutunfällen. Um sich vor diesen Schadstoffen, Giften zu schützen ist eine zusätzliche persönliche Schutzausrüstung notwendig: das Atemschutzgerät.

Die praktischen und theoretischen Kenntnisse über diese Geräte werden in dem Lehrgang Atemschutzgeräteträger vermittelt. Nur Feuerwehrleute die diesen Lehrgang mit Erfolg absolviert haben dürfen mit diesen Geräten eingesetzt werden. Zum Besuch dieses Lehrgangs sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen: mindestens 18 Jahre alt, bestandener Grundlehrgang und gültige ärztliche Untersuchung mit Tauglichkeit nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G26 Gruppe 3. Der Lehrgang dauert 4 Tage.



In der Theorie werden gesetzliche Grundlagen, Funktion der Atmung , Art und Wirkungsweise der Atemgifte, Aufbau und Funktion der Atemschutzgräte vermittelt. In der praktischen Ausbildung werden die Lehrgangsteilnehmer mit der Handhabung der Atemschutzgeräte und der körperlichen Belastung beim Tragen der Geräte vertraut gemacht.

Die Praxis gliedert sich in folgende Teile: An- und Ablegen der Geräte, Kurzprüfung, Funktionsprüfung auf Betriebsbereitschaft, Gewöhnungsübungen mit Gehen, Laufen, Treppensteigen, Absuchen von Räumen nach Personen, Begehen der Atemschutzübungstrecke mit Belastungsprogramm. Der Lehrgang schließt mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab. Es ist allerdings erforderlich ständig mit den Atemschutzgeräten zu üben und einmal jährlich die Atemschutzübungsstrecke zu begehen. Die körperliche Belastung bei der Arbeit unter Atemschutz erfordert eine ausreichende körperliche Fitness, tun wir was dafür.



Lehrgang Maschinist für Löschfahrzeuge
Die vielfältigen Aufgaben, die den Feuerwehrangehörigen im Einsatzdienst begegnen, lassen sich häufig nur unter Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel bewältigen.

Die wichtigsten dieser Hilfsmittel sind die Feuerwehrfahrzeuge, die für die verschiedenen Einsatzaufgaben besonders gestaltet sind.

Der überwiegende Teil der Feuerwehrfahrzeuge sind Löschfahrzeuge. Sie dienen zur Brandbekämpfung, Löschwasserförderung und eignen sich zur Durchführung einfacher technischer Hilfeleistungen.

Den Fahrern der Löschfahrzeuge, im Feuerwehrdienst Maschinisten genannt, kommt eine besondere Verantwortung zu. Es ist ihre Aufgabe, die Fahrzeuge mit bis zu acht Mitfahrern sicher an die Einsatzstelle zu bringen. Weiterhin müssen sie die Feuerlöschkreiselpumpen sowie sonstigen Aggregate richtig bedienen und dabei mögliche Störungen schnell erkennen und beseitigen. Sie sollten die Leistungsfähigkeit ihrer Aggregate kennen und die technischen und physikalischen Grenzen einschätzen können.

Damit die Maschinisten dieser Aufgabe gewachsen sind, werden sie besonders ausgebildet. Dies geschieht im Lehrgang "Maschinist für Löschfahrzeuge", kurz Maschinistenlehrgang. Drei dieser Lehrgänge werden in der Regel pro Jahr auf Kreisebene in den Feuerwehrstützpunkten Dieburg und Pfungstadt durchgeführt. Weiterhin bietet die Hessische Landesfeuerwehrschule in Kassel Lehrgangsplätze an.

Nach den Ausbildungsrichtlinien des Landes Hessen (FwDV 2/2) müssen die angehenden Maschinisten an mindestens 35 theoretischen und praktischen Unterrichtsstunden teilnehmen. Auf Kreisebene dauert der Lehrgang zwei Wochen. Der Unterricht erfolgt an sechs Abenden unter der Woche und an zwei Samstagen. Voraussetzung für die Teilnahme sind eine abgeschlossene Ausbildung zum Truppmann und mindestens die Fahrerlaubnis der Klasse B bzw. Klasse 3 nach altem Führerscheinrecht.

Im theoretischen Teil werden die Feuerwehrangehörigen mit den Aufgaben des Maschinisten vertraut gemacht. Weiterhin werden Kenntnisse in den Bereichen Straßenverkehrsrecht, Unfallverhütungsvorschriften, Fahrzeug- und Gerätekunde, Wasserentnahmestellen, physikalische Grundlagen, Löschwasserförderung, Motorenkunde und Feuerlöschkreiselpumpen vermittelt.

Im praktischen Teil lernen die Lehrgangsteilnehmer die verschiedenen genormten Löschfahrzeuge kennen, üben die Bedienung der Pumpen, Aggregate und sonstigen kraftbetriebenen Geräte, und bauen mit Hilfe mehrerer Pumpen eine Löschwasserförderstrecke auf.

Der Lehrgang endet mit einer theoretischen und praktischen Prüfung.

Nach erfolgreich absolviertem Maschinistenlehrgang haben die Feuerwehrangehörigen eine solide Grundausbildung. Doch genau wie nach der Führerscheinprüfung müssen nun erst einmal praktische Erfahrungen gesammelt und das erworbene Wissen im Übungs- und Einsatzdienst gefestigt und ausgebaut werden.