Radtour 2004 - Ein Reisebericht

 Wie in den vergangenen Jahren so stand auch in diesem Jahr wieder eine Fahrradtour auf unserem Programm. Ein Termin wurde ausgekuckt, das letzte Ferienwochenende. Diesmal sollte es an die Mosel gehen und, oh Wunder, so geschah es auch.

Bereits am Freitagabend wurden die Fahrräder und das Gepäck verladen. Flüssige Nahrungs- und Genussmittel dazugepackt. Am Samstagmorgen ging es dann richtig los. Treffpunkt war der Dieburger Hauptbahnhof. Das Wetter machte nicht den besten Eindruck, trüb und feucht. Es kann nur noch besser werden. Alle Mitfahrer waren, mehr oder weniger wach, rechtzeitig zur Stelle. Unser Reiseleiter war jetzt der gefragteste Mann. Fragen schwirrten durch die Luft:

               „wo geht’s den hin?“ – ei an die Mosel,

   „was für’n Bahnschteisch? – was isch ned,

   „uff wellem Gleis?“ – misse mer gucke,

   „wo sinn die Fahrkarte?“ – die heb isch un verteil’ se

Nachdem das alles geklärt und der richtige Bahnsteig gefunden war, was ja auf dieser Großbaustelle gar nicht so einfach ist, kam auch schon der Zug und der war pünktlich!

Rein in den Waggon, Plätze gesucht und los geht’s. Die Fahrt beginnt. Einige fangen erst mal mit dem Frühstück an. Die hatten wohl am frühen Morgen noch keinen Hunger oder vor lauter Aufregung keinen Bissen heruntergekriegt oder einfach zu wenig Zeit. Zeitungen rascheln, Information ist ja fast alles. Darmstadt HBhf ist erreicht. Ein längerer Aufenthalt. Für unsere Raucher die Gelegenheit ihren Nikotinspiegel aufzufrischen,  also Raucherzone auf dem Bahnsteig angesteuert, Qualmwolken steigen auf. Und weiter geht es. Nächste wichtige Station Mainz. Umsteigen! Einige haben wohl nicht richtig zugehört und wollen eine Station zu früh aus dem Zug. Nur mühsam können sie zurückgehalten werden. Endlich  Mainz Hauptbahnhof erreicht. Sofort tut sich die nächste Frage auf: „Wie geht’s weiter?“ 

Auch diese Frage wird beantwortet: „Mit dem ICE. Natürlich reservierte Plätze. Im Wagen 8“
Jetzt schnell den Wagenstandsanzeiger studiert, den voraussichtlichen Haltepunkt festgestellt und hingesprintet. Der Zug kommt und – fährt an uns vorbei. Will der uns nicht mitnehmen? Er hält dann doch, aber viel weiter vorne. Nix wie hinterher und rein in den Wagen, geschafft. Die Fahrt führt nun durch das Rheintal nach Koblenz. Hier heißt es wieder umsteigen zur letzten Etappe der Bahnfahrt. Es geht nun das Moseltal aufwärts unserem Ziel Bullay entgegen. Nach kurzer Fahrzeit steht unser Reiseleiter mit den Armen gestikulierend  und Aufmerksamkeit heischend mitten im Wagen. Was ist den los? Jetzt kommt gleich unsere Schicksalsbrücke!! Wie Schicksalsbrücke? Ja wer nachher diese Brücke nicht findet und überquer kommt nicht zum Nachtquartier und muss bis Koblenz durchradeln und das ist Schicksal. Also gut dann halt aufgepasst! Endlich Bullay erreicht und es regnet in Strömen.

Jetzt aussteigen und weiter geht’s. Das Empfangskomitee ist schon da – unsere Fahrradtransporteure. Am Busbahnhof haben die schon unsere Fahrräder ausgeladen und im Trockenen bereitgestellt. Bevor wir losradeln können werden erst mal die Regenklamotten übergestreift Es regnet immer noch und wir möchten einigermaßen trocken am nächsten Ziel ankommen. Aber jetzt geht es endlich los. Nur in welche Richtung? Nach kurzer aber heftiger Beratung heißt es abwärts zum Fluss. Es soll ja an der Mosel entlang gehen. Einige suchen sich ein Kaffee um erst mal in aller Ruhe zu Frühstücken. Der Rest radelt durch den strömenden Regen weiter. Nur nicht am Fluss entlang sondern erst mal bergauf in die Weinberge. Da heißt es sogar absteigen und das Radel schieben. Wer hätte das gedacht?  Aber wo es bergauf geht, geht es auch wieder abwärts. So kommen wir doch recht flott voran und einer weis immer wie es weitergeht. Für alle Fälle haben wir ja noch unseren Pfadfinder und Besenwagenfahrer Hannes. Für eine erste Rast steuert ein Teil der Teilnehmer eine Kneipe an.

Nach kurzem Aufenthalt geht es weiter. Die Hoffnung, dass der Regen aufhört hat sich nicht erfüllt. Um die Mittagszeit wird unser erstes Etappenziel erreicht: Beilstein. Wo ist die Kneipe?  Hannes weist uns den Weg. Bergauf geht es zum Klostercafé. Der Weg lohnt sich. Ein herrlicher Ausblick und das Essen ist auch in Ordnung. Nach und nach treffen alle Fahrteilnehmer ein und nach einer ausgedehnten Mittagsrast geht es weiter. Ein Blick zum Himmel zeigt zwischen den grauen Wolken einige blaue Flecken. Die Sonne lässt sich auch schon erahnen.

An unserem nächsten Ziel Cochem haben wir dann das schönste Wetter: Sonnenschein und blauer Himmel. Ein kurzer Bummel durch die Altstadt endet in einem Café. Nach einer ausgedehnten Rast geht es weiter Richtung  Hotel.

Je näher wir unserem Ziel kommen umso nervöser werden wir. Wie ein Damoklesschwert schwebt sie über uns

- Die Schicksalsbrücke -. Nur nicht verpassen, sonst…..!  Mit viel Glück erreichen wir diesen Wegpunkt und überqueren den Fluss. Das Hotel „Moselblick“ in Treis-Karden  ist erreicht und, es geschehen noch Zeichen und Wunder, alle sind da!

Nach einem angenehmen Abend in der Bar, dem Restaurant oder anderen Lokalitäten begibt man sich zur Ruhe. 

Am Sonntagmorgen geht es nach einem ausgedehnten Frühstück unserem Ziel Koblenz entgegen.

Die Fahrt geht bei herrlichem Wetter durch das Moseltal mit Weinbergen an den Steilhängen. Eine schöne Landschaft. Mittagessen ist in einem Restaurant in Gondorf bestellt. In dem Lokal konnten wir im Bereich Vorbeugender Brandschutz zwei interessante Dinge sehen:

ein Feuerlöscher halb unter künstlichen Blumen verborgen und ein Notausstieg durch ein Fenster.

Nach dem Essen fuhren wir weiter nach Koblenz. Am Deutschen Eck vorbei ging es in die Fußgängerzone in ein Straßencafé. Hier ließ es sich aushalten. Bald heißt es aber aufbrechen zum Bahnhof. Die Fahrräder werden verladen und wir gehen Richtung Bahnsteig. Hannes hat das Transportmittel gewechselt und sich uns angeschlossen. Er will mal wieder Zug fahren.

Mit der Bahn geht es jetzt wieder nach Mainz. Der Zug ist gut besetzt aber wir haben ja reservierte Plätze.

Alle sind etwas müde doch zufrieden. In Mainz heißt es wieder umsteigen nach Dieburg. Hier angekommen müssen wir dann doch aussteigen und die letzte Etappe beginnt: der Heimweg. Die Fahrräder sind schon da und ausgeladen. Das Gepäck wird verteilt,  Abschiedsworte fliegen durch die Luft, es geht nach Hause.

Ein, im Großen und Ganzen gesehen, schönes Wochenende geht zu Ende.

Reinhold Bormuth

 

Und hier kommt das Gruppenfoto: